Welche Sabbatical Modelle gibt es und welches passt am besten zu mir?

Hat sich erst einmal der Gedanke an eine berufliche Auszeit in unserem Kopf festgesetzt, taucht relativ schnell die Frage auf, wie sich das Ganze in der Realität eigentlich umsetzen lässt.

Welche Möglichkeiten und Sabbatical Modelle es gibt, um eine Auszeit mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren, erfährst du in diesem Blogartikel. Außerdem schauen wir gemeinsam, welches Modell sich für dich eignet.

Eine ernüchternde Botschaft vorweg:

In Deutschland besteht nach aktuellem Stand nur für Angestellte im öffentlichen Dienst einen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical. Dennoch solltest du dich als Angestellte*r in der privaten Wirtschaft davon nicht entmutigen lassen, denn viele Unternehmen und Firmen, kleine wie große, haben mittlerweile die Vorteile des Angebots erkannt und bieten von sich aus unterschiedliche Möglichkeiten an.

Zuhören liegt dir besser als Lesen? Dann hör dir den Beitrag als Podcastfolge an:

Diese Sabbatical-Modelle haben sich in den letzten Jahren etabliert:

  1. Teilzeit-Modell (der Klassiker!)
  2. Zeit(wert)konten (gegebenenfalls mit Fondssparen)
  3. Unbezahlter Sonderurlaub bzw. unbezahlte Freistellung
  4. Elternzeit
  5. Kündigung

Die Praxis zeigt, dass diese Modelle nicht in Stein gemeißelt sind. Soll heißen: manche kombinieren ihre Elternzeit mit einigen Wochen unbezahltem Sonderurlaub. Ich möchte dir dennoch die jeweiligen Modelle genauer vorstellen und bin mir sicher, dass du relativ schnell ein Gefühl dafür bekommst, welches für dich passen könnte.

Los geht’s!

Das Teilzeit-Modell

Der Klassiker unter den Sabbatical-Modellen und auf Grund der vielen Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch das Modell, für das ich mich entschieden habe. Die Grundidee ist folgende: du einigst dich mit deinem Arbeitgeber auf einen festgelegten Zeitraum bestehend aus einer Arbeitsphase und einer Freizeitphase. Du gehst sozusagen in Vorleistung mit deiner Arbeit und kannst dich dafür im Anschluss einige Zeit ausruhen. Die Aufteilung könnte so aussehen: 4 Jahre Gesamtlaufzeit, davon 3 Jahre Ansparen und 1 Jahr Freizeit.

Der Name des Modells ist hierbei Programm: hast du bisher in Vollzeit gearbeitet, schließt du mit deinem Arbeitgeber einen Vertrag darüber, zukünftig auf dem Papier nur noch in Teilzeit zu arbeiten. „In echt“ arbeitest du weiterhin in Vollzeit, bekommst aber nur einen Teilzeit-Lohn ausgezahlt. Die Differenz überlässt du zunächst deinem Arbeitgeber auf einem Langzeitkonto, denn davon wirst du auch während deiner Freistellungsphase bezahlt.

Das sähe in Zahlen z. B. so aus:

Vereinbarter ZeitraumAnsparphaseFreizeitphase
1 Jahr mit 75% Lohnauszahlung9 Monate3 Monate
2 Jahre mit 50% Lohnauszahlung1 Jahr1 Jahr
9 Jahre mit 75% Lohnauszahlung6 Jahre3 Jahre
So könnte die Berechnung von Ansparphase (Arbeitsphase) und Freizeitphase (Freistellung) aussehen

Die Rechnung kannst du beliebig spinnen: die Zeiträume können gekürzt oder gestreckt werden bis am Ende furchtbar krumme %-Zahlen bezüglich deiner Lohnauszahlung zustande kommen. Wenn du dein Sabbatical kurzfristig planen willst und auf 50% deines Lohns verzichten kannst, spricht nichts gegen das 1. Beispiel. Willst du aber vielleicht 3 Jahre für eine Weltreise einplanen und 9 Jahre Ansparzeit kriegst du mit Planung schon rum oder du willst 3 Jahre Freistellung vor deinem Renteneintritt erzielen, dann ist das 3. Beispiel vielleicht das Richtige.

Wenn du einmal grob ausrechnen willst, wie dein ganz persönliches Teilzeit-Modell aussehen könnte, empfehle ich dir diesen Zeitwertrechner (<< Klick!) oder den Rechner von PensTime (<< Klick!).

Der größte Vorteil des Teilzeit-Modells besteht darin, dass dein Arbeitsvertrag als solcher bestehen bleibt und du keine Aussetzer bei der Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge hast. Denn auch während deiner Freistellung erhältst du den wie vereinbart verringerten Lohn und zahlst -wie dein Arbeitgeber auch – in die gesetzliche Rentenversicherung und Krankenversicherung ein. Für die Sicherheitsliebhaber unter uns also genau das Richtige. Behalte dennoch im Auge, wie viel du von deinem Lohn wirklich entbehren kannst, um deine monatlichen Fixkosten weiterhin abdecken und zusätzliche Rücklagen bilden zu können.

Zeit(wert)konten (gegebenenfalls mit Fondssparen)

Die Zeit(wert)konten kreuzen eventuell auch als Langzeit- oder Arbeitszeitkonten deinen Weg. Egal, wie du sie bezeichnen magst, dahinter steckt folgendes Prinzip:

Überstunden, die du zusätzlich zu deiner regulär vereinbarten Arbeitszeit leistest, landen auf diesem Konto. Viele Arbeitgeber bieten solch ein Modell von sich aus für ihre Mitarbeiter*innen an, um z. B. später einen früheren Übergang in die Rente zu ermöglichen. Oftmals wird dein Zeitguthaben in einen Geldwert übertragen und mit Verzinsung (z. B. über einen Fondssparplan) angelegt. Meistens ist es auch möglich, Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, aber auch nicht in Anspruch genommene Urlaubstage auf diesem Zeitwertkonto zu lagern.

Ziel ist natürlich, dass du in deiner Freistellungsphase vom angesparten Zeitguthaben bezahlt wirst. So kannst du dir, ähnlich wie beim Teilzeit-Modell, ziemlich bequem deine Auszeit finanzieren. Die Einzahlungen in die Sozialversicherung bleiben bei diesem Modell ebenfalls erhalten.

Unbezahlter Sonderurlaub bzw. unbezahlte Freistellung

Der Name Sonderurlaub sagt es bereits: zu deinem gesetzlichen Urlaubsanspruch kannst du beim Arbeitgeber zusätzlich freie Tage beantragen. Einen Anspruch auf Sonderurlaub, um sich zu erholen, hat man jedoch nicht, denn dazu dient ja der jährliche Erholungsurlaub. Einige Arbeitgeber sind allerdings bereit, ihren Mitarbeiter*innen eine längere unbezahlte Freistellung einzuräumen.

Beim Sonderurlaub gibt es allerdings auch einiges zu beachten:

  • Während des Sonderurlaubs ruht das Arbeitsverhältnis.
  • Du musst nicht deiner Arbeitspflicht nachkommen, der Arbeitgeber zahlt dir allerdings auch keinen Lohn (Nichts. Nada. Zero. Nüscht!)
  • Wenn du keinen Lohn erhältst, findet auch keine Einzahlung in die Sozialversicherung statt.
  • Bei Sonderurlaub, der länger als 1 Monat andauert, wirst du für die zusätzliche Dauer (bei 2 Monaten Sonderurlaub also 1 Monat) von der Sozialversicherung abgemeldet und musst dich selbst darum kümmern.
  • Bei gewährtem Sonderurlaub verringert sich dein Anspruch auf deinen gesetzlichen Jahresurlaub. Nimmst du 2 Monate unbezahlten Sonderurlaub, wird dein Urlaubsanspruch auf nur noch 10 Monate des Jahres angerechnet.

Ich schätze, dass sich der unbezahlte Sonderurlaub als Sabbatical-Modell vor allem eignet, wenn du kürzere Auszeiten möglich machen möchtest, z. B. zur Verlängerung der Elternzeit (s. unten). Für wirklich längere Auszeiten wäre mir persönlich der komplette Verzicht auf Lohn und der Ausfall der Einzahlungen in die Sozialversicherung einfach zu groß. Aber da hat jede*r ein anderes Sicherheitsbedürfnis.

Elternzeit als Sabbatical-Modell

Warum nicht den Anspruch auf Elternzeit nutzen, um gemeinsam als frisch gebackene Familie zu verreisen?

Der klare Vorteil: werdende Eltern haben ein Recht auf Elternzeit! Rein rechtlich gesehen, muss der Arbeitgeber eine Freistellung vom Job für bis zu 3 Jahre ermöglichen. Während der Elternzeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz, allerdings wird diese Freistellung nicht vom Arbeitgeber finanziert. Die Zahlung des Elterngeldes ist hierzulande eine Sozialleistung und wird vom Staat übernommen. Die garantierte Zahlung des Elterngeldes liegt derzeit bei maximal 14 Monaten, wenn die sogenannten Partnermonate genommen werden. Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes ist die Höhe des letzten Nettoeinkommens.

Es lohnt sich also, mit der Partnerin/dem Partner rechtzeitig die Möglichkeit einer gemeinsamen Familienauszeit (und wie das Ganze finanziert werden soll) zu besprechen.

Wie bereits erwähnt, nutzen viele die Elternzeit für eine gemeinsame Auszeit vom Arbeitsalltag. Mit Hilfe der Partnermonate und zusätzlichen Resturlaubstagen, Überstunden oder unbezahlte Sonderurlaub kann man die gemeinsame Auszeit außerdem noch verlängern. Solche Kombinationen sind keine Seltenheit und können ganz individuell mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden.

Kündigung

Endstation Kündigung. Zugegeben, dieses „Modell“ ist wohl eher die absolute Notfall-Möglichkeit und für dich, da du ja eigentlich nur eine Pause einlegen möchtest, vielleicht keine Option. Für mich war sie das auch nicht.

ABER: die Kündigung kann durchaus sinnvoll für dich sein. Nämlich wenn du

  • sowieso bereits innerlich gekündigt hast, mit deinem Job unzufrieden und unglücklich bist und dir die Wiederkehr nach einer Auszeit auch nicht mehr vorstellen magst
  • von deinem Arbeitgeber kein Entgegenkommen hinsichtlich eines Sabbaticals erwarten kannst
  • ausreichend finanzielle Rücklagen hast, um deine monatlichen Ausgaben mehrere Monate selbst abzudecken.

Eine Kündigung will ein gut überlegter Schritt sein. Gleichzeitig solltest du dir ehrlich die Frage beantworten, ob du nach einer Auszeit überhaupt weiter in deinem Job arbeiten willst oder dich sowieso komplett umorientieren willst.

Welches Sabbatical-Modell ist nun „das Richtige“?

Welches Modell nun am besten passt, hängt natürlich dem, was dein Arbeitgeber anbietet, auch davon ab, was du in deiner Auszeit vorhast. Für eine Weltreise wirst du sicherlich mindestens 1 Jahr oder besser noch länger einplanen. Für eine Auszeit, um einfach mal durchzuatmen oder um eine private Weiterbildung wahrnehmen zu können, reichen vielleicht schon wenige Monate Freistellung aus.

Informiere dich hierzu am besten in der zuständigen Personalabteilung, ob es bereits ein gängiges Sabbatical-Modell gibt, welches Kolleg*innen vor dir genutzt haben. Falls dies nicht der Fall ist, solltest du dir Gedanken machen, welches der hier aufgezählten Modelle, dir am ehesten zusagt, ehe du das Gespräch mit deinen Vorgesetzten suchst.

Nicht ohne schriftliche Vereinbarung!

Egal, für welches Modell letztendlich dein Herz schlägt, achte unbedingt darauf, dass du mit deinem Arbeitgeber einen Vertrag bzw. eine Zusatzvereinbarung triffst. Auf mündliche Absprachen solltest du dich nicht verlassen, zumal es sich bei der Ansparphase um einen längeren Zeitraum handeln kann, in dem auch Unverhofftes eintreten kann. Du weißt ja: das Leben ist das, was stattfindet, während du Pläne schmiedest.

Für welches Modell wirst du dich nun entscheiden? Bist du dir noch unsicher, welche Variante zu dir und deinem Vorhaben passt? Hast du vielleicht sogar eine ganz andere Lösung gefunden, deine Auszeit zu realisieren? Lass es mich wissen!

Falls du bereits ein Gefühl hast, welches Modell für dich infrage kommt, kann ich nur sagen:

Go for it! – Plane dein Sabbatical, deine Auszeit vom Job!

Deine Bea

Think Twice – Cause It’s Another Day For You And Me…im Arbeitsalltag

Von Kindheit an werden wir gefragt, was wir einmal werden möchten. Gilt „glücklich und frei“ eigentlich als zulässige Antwort? In der Schule werden wir darauf getrimmt, bestmöglich aufgestellt zu sein, um nach Ausbildung oder Studium einen

guten Job mit einem guten Gehalt zu erlangen. Und irgendwann sitzen wir nach einigen Jahren im Job an unserem Schreibtisch oder fragen uns auf dem Weg zur Arbeit „Ist es das jetzt eigentlich gewesen?“

Well, think twice – cause it’s another day for you and me – im Arbeitsalltag.

Was willst du mal werden?

Wie lautete deine Antwort als Kind auf die Frage „Was willst du mal werden?“ Hattest du einen typisch „kindischen“ Berufswunsch à la Feuerwehrmann oder –frau, Ballett-Tänzer*in, Arzt oder Ärztin oder gar Rockstar, Prinz*essin und Rennfahrer*in?! Meine Antwort lautete eine Zeit lang Autorin oder Schauspielerin. Nicht weil ich damit reich und berühmt geworden wäre, sondern weil ich schon als Kind eine blühende Fantasie hatte, gerne andere Rollen spielen und damit Menschen zum Lachen bringen konnte. (Damn, ich glaube immer noch, mit einer ordentlichen Schippe Selbstvertrauen und gutem Zuspruch hätte aus mir wirklich eine Schauspielerin werden können, eine sehr lustige noch dazu.)

Hast du dich einmal gefragt, warum man auf die Frage „Was willst du werden, wenn du groß bist?“ nicht mit einer der folgenden Antworten rechnet?

  • Ich möchte ein glücklicher Mensch werden, der freie Entscheidungen treffen kann.
  • Ich möchte ein Mensch sein, der anderen Menschen und allen Lebewesen auf der Erde hilft und sein Bestes gibt, diesen Planeten am Leben zu erhalten.
  • Ich möchte den ganzen Tag nur Dinge tun, die mir Spaß machen und mir nicht sagen lassen müssen, was ich zu tun oder zu lassen habe.

Denn wenn wir einen genaueren Blick auf die oben genannten Berufswünsche werfen, stecken in ihnen doch eigentlich die oben genannten Wünsche, oder nicht?

Ich behaupte, kein Kind der Welt würde antworten „Ich möchte nach meiner Ausbildung/meinem Studium einen einigermaßen gut bezahlten Job erhalten, dem ich 5 Tage die Woche nachgehe, um mich dann am Wochenende und im Jahresurlaub davon zu erholen.“

So kindisch und naiv manche Berufswünsche auch geklungen haben, frage ich mich:

Wann haben wir eigentlich aufgehört, unserem Wunsch nach Freiheit nachzugehen und einen Job zu finden, der sowohl unseren Talenten als auch unseren Wertevorstellungen entspricht?

Seit Beginn meiner Berufsausbildung im Jahr 2006 arbeite ich an ein und derselben Arbeitsstätte. Getreu dem (groß-)mütterlichen Credo „Lerne was Vernünftiges, dann bekommst du einen gut bezahlten Job!“ habe ich genau das getan. Nach Abschluss der Berufsausbildung und der sich anschließenden Berufsbegleitenden Fernweiterbildung, die im weitesten Sinne einem Fernstudium ähnelt, habe ich seit 2015 eine stellvertretende Leitungsposition inne.

Und ich liebe meinen Job – das tue ich wirklich! …aber? Ja, aber…

Der Kampf gegen den inneren Schweinehund

Vielleicht kennst du das auch: du entdeckst ein neues Hobby, nimmst dir vor, mehr Sport zu treiben oder endlich das Buch zu lesen, das seit Wochen geduldig auf deinem Nachttisch darauf wartet, von dir entdeckt zu werden. Völlig motiviert trittst du deinem inneren Schweinehund entgegen und startest in der neuen Woche (denn ab Montag wird alles anders!) voll durch, schaffst 1-2 Workouts oder liest die ersten 10 Seiten und fühlst dich super!

Ja und dann? Dann kickt der berufliche Alltag rein und nach einem anstrengenden Arbeitstag landest du am Abend völlig ausgelaugt auf der Couch. Klare Sache: heute hast du nun wirklich keine Zeit, geschweige denn Energie mehr für Sport oder Lesen. Also Essen bestellen und Netflix an, Hauptsache runterkommen vom stressigen Tag. Nach 2 Stunden wachst du auf, hast von Netflix nicht viel mitbekommen außer der vorsichtigen Rückfrage, ob du eigentlich noch guckst, und schlurfst ins Bett.

„Hallo, I bims. 1 innerer Schweinehund!“

(nicht schon wieder diese fiese Kerl!)

I FEEL YOU! So ähnlich geht es mir leider auch oft.

Verzeih‘ mir also die kleine textliche und sinnbildliche Abwandlung des Phil Collins Klassikers „Another Day in Paradise“ im Titel dieses Blogartikels, aber es war einfach zu passend: leben wir im Paradies? Oder funktionieren wir nur noch im Arbeitsalltag?

Doch wie wäre es, wenn wir aus diesem alltäglichen Trott ausbrechen könnten? Einfach eine gewisse Zeit lang frei sein, das ausprobieren und machen, was wir seit Tagen, Wochen, Monaten und vielleicht sogar jahrelang vor uns herschieben; wenn wir vergessen, welcher Wochentag eigentlich ist, unseren Körper und Geist mal so richtig zur Ruhe kommen lassen und dadurch die Klarheit Einzug hält. Klarheit darüber, wer wir sind, wo wir stehen und wo es zukünftig hingehen soll.

Klingt das gut für dich? Für mich klingt es wunderbar! Meine Augen leuchten wenn ich von Menschen lese, die eine berufliche Auszeit einlegen und in dieser Zeit das erleben, was ich gerade beschrieben habe. Für mich steht fest: das will ich auch! Einfach mal die Pause-Taste betätigen. Ich bin dann mal weg, wie Hape Kerkeling seinen Bestseller-Roman so schön titelte.

„Das Leben bewegt sich sehr, sehr schnell. Wenn du nicht gelegentlich anhälst und dich umschaust, könntest du es verpassen.“

aus dem Film „Ferris macht blau“

Wenn auch du diese Taste drücken willst, habe ich eine gute Nachricht für dich. Das, was du brauchst, ist ein Sabbatical, eine berufliche Auszeit.

Um mit weiteren Worten von Phil Collins‘ Song „Another Day In Paradise“ zu enden: Just Think About It.

Plane dein Sabbatical, deine Auszeit vom Job!

Deine Bea

Eine kleine Zeitrechnung

Kennst du das? Es ist Montagmorgen und der Freitag noch so weit entfernt. Aber wird schon, wir hangeln uns einfach irgendwie durch die Woche und freuen uns auf das

Wochenende, wenn wir endlich wieder frei über unsere Zeit verfügen können. Was glaubst du, wie viel Zeit pro Woche kannst du dir wirklich frei nach deinem Belieben einteilen? Darauf werfen wir einen Blick im folgenden Blogpost.

Wie viel Zeit habe ich (hast du) pro Woche übrig für Dinge, die mich (dich) erfüllen, die mir (dir) Spaß bereiten und mein (dein) Leben wirklich bereichern und lebenswert machen? Und hast du auch manchmal das Gefühl, die Zeit rast nur so an dir vorbei?

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher,

aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“

George Orwell

Ist es nicht verrückt, dass Zeit immer eine Konstante ist und wir sie trotzdem so unterschiedlich wahrnehmen? Überlege einmal und schätze ruhig mal aus dem Bauch heraus, wie viel Zeit du dir für die Dinge nimmst, die dir wirklich wichtig sind im Leben. So Pi-mal-Daumen würde ich sagen: zu wenig!

Über wie viele Stunden pro Woche kann ich frei entscheiden?

Ich wollte es genauer wissen und habe dazu einfach mal eine kleine Rechnung aufgestellt…

Keine Angst – du kannst deinen Taschenrechner wegpacken. Ich rechne dir das an meinem Beispiel vor:

Eine Woche hat 7 Tage zu jeweils 24 Stunden. Ergibt? 168 Stunden.

Für ausreichend Erholung brauche ich im Idealfall ca. 7 Stunden Schlaf. Bleiben bei 7 Tagen (bzw. Nächten) also noch 119 freie Stunden in der Woche übrig.

Freie Stunden? Quatsch, es fehlt ja noch meine 40h Arbeitswoche! Überstunden lassen wir mal weg, denn diese kann ich zum Glück abbummeln. Zusätzlich addieren wir zur regulären Wochenarbeitszeit aber für jeden Arbeitstag 1h Arbeitsweg hinzu. Da waren es nur noch 74 Stunden zur freien Verfügung.

Hach und dann wären da noch die Zeitfresser wie Haushalt, Einkaufen und Kochen. So gern ich unsere Hündin auch habe, die Erfüllung ihrer Bedürfnisse ist unter der Woche nicht immer leicht im eng getakteten Zeitplan unterzukriegen. All die Zeitfresser einzeln und im Detail aufzulisten, würde wahrscheinlich zu weit gehen. Also hoffe ich, du bist einverstanden, wenn ich mal grob schätze, dass für Haushalt (Staubsaugen, Staubwischen, Geschirrspüler einräumen, Geschirr abwaschen, Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, Aufräumen, Auto putzen, Auto auftanken…), Kochen und den Hund ausführen, pro Tag ca. 3h einzurechnen sind. Die Zeiten variieren natürlich, es gibt Tage, da kochen wir nicht, Tage, an denen wir 3h mit dem Hundekind unterwegs sind und Tage, an denen die Küche mehrere Stunden lang geputzt wird und die Wäsche nicht nur aufgehangen und abgenommen sondern direkt auch zusammengelegt und sortiert wird.

Wie dem auch sei, unser Fazit lautet: nach Abzug der alltäglichen Zeitfresser bleiben 53 Stunden übrig.

53 Stunden von 168 Stunden pro Woche, in denen ich meine Zeit völlig frei und nicht fremdgesteuert einteilen kann. Anders ausgedrückt: knappe 32% meiner Zeit, die mir jede Woche zur Verfügung steht, kann ich wirklich frei und ohne Verpflichtungen verbringen und selbst gestalten.

Diese Zeit steht mir zur Verfügung für gemeinsame Stunden mit meiner Frau, mit unseren Familien und Freunden, für Hobbies und Sport. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 68% meiner Woche fremdbestimmt sind vom Job und den alltäglichen Verpflichtungen, die unser Lebensstil so mit sich bringt. Verrückt, oder?

Was bedeutet dies nun?

Du magst jetzt vielleicht anmerken, dass ich hochgerechnet aufs Jahr die Urlaubstage vergessen habe. Damit hast du natürlich Recht. Aber ganz ehrlich, bei 52 Wochen im Jahr stehen uns in Deutschland knapp 3 Wochen Urlaub (20 Tage) mindestens zu. Die Glücklichen unter uns Angestellten bekommen ein paar Urlaubstage drauf. Die Selbständigen, für die es gut läuft, nehmen sich vielleicht auch mehr Freizeit zur Erholung. Und die Erholung für 49 Wochen Arbeit kann – da sind wir uns sicher einig – in 3 Wochen Urlaub kaum eintreten. So groß die Vorfreude auf die Urlaubszeit das ganze Jahr über auch anhalten mag.

„Wenn die Zeit kommt, in der man könnte,

ist die Zeit vorüber, in der man kann.“

Marie von Ebner-Eschenbach

Für mich persönlich steht fest: bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren kann das so nicht weitergehen! Ich bin schon lange kein Fan mehr von „Das mache ich später – wenn ich alt und reich bin“. Wann ist dieses Später eigentlich, von dem alle da immer reden? Was, wenn ich dieses Später nie erreiche? Was, wenn ich das, was ich auf später schiebe, dann gar nicht mehr machen kann?

Ich habe meine Entscheidung getroffen und bei meinem Arbeitgeber eine berufliche Auszeit, ein Sabbatical, angefragt. Zu meinem großen Glück hat mein Arbeitgeber trotz mangelnder Erfahrung in der Handhabung des Ganzen ohne längeres Zögern zugestimmt. Mein Sabbatical wird am 01.09.2023 beginnen und mir 9 Monate Freizeit bescheren. Das sind übrigens 274 Tage, die ich völlig frei von sämtlichen (nicht frei von allen) Verpflichtungen verbringen kann.

Was nimmst du aus der Stunden-Rechnung für dich mit? Wie würde deine persönliche Stunden-Rechnung aussehen? Teile es gerne in den Kommentaren oder denke im Stillen für dich darüber nach.

Wenn du dich von der Fremdbestimmung deiner wertvollen Lebenszeit befreien und auf die Pause-Taste drücken möchtest, dann trau‘ dich und plane dein eigenes Sabbatical!

Deine Bea

Was ist ein Sabbatical?

Wenn wir an ein Sabbatical denken, fallen uns hunderte Möglichkeiten ein, was wir alles unternehmen, erleben, aktiv machen möchten.

Und uns fällt ein, was wir nicht mehr machen möchten: nämlich arbeiten. Zumindest in unserem gewohnten Job. Was das mit der Defintion und Bedeutung des Begriffs „Sabbatical“ zu tun hat, erfährst du in diesem Blogartikel.

Du hörst lieber? Dann hör dir die Podcastfolge zum Blogpost an:

Bestimmt hast du dich bereits auf anderen Seiten über den Begriff des Sabbaticals informiert. Zum Grundstock dieses Blogs gehört aber natürlich noch einmal eine Definition des Ganzen, vor allem, da die berufliche Auszeit unter vielen Bezeichnungen und in unterschiedlichen Facetten hier und da auftaucht.

Der Begriff „Sabbatical“ selbst, stammt übrigens vom hebräischen Wort „Schabbat“ ab, was so viel bedeutet wie aufhören oder ruhen. Sicher kennst du auch den Begriff „Sabbat“, die Bezeichnung des 7. Tages im Judentum, dem Ruhetag. Du merkst also, das Ganze hat irgendwas damit zu tun, seine sonst den Alltag bestimmende Arbeit ruhen zu lassen.

Ursprung des Sabbaticals als berufliche Auszeit

Geprägt wurde der Begriff übrigens an den US-amerikanischen Universitäten. Ein Sabbatical stellt dort ein Forschungs- oder Freisemester dar. In diesem Zeitraum widmet man sich als Professor*in, wie der Namen vermuten lässt, vorwiegend der intensiven Forschung statt der sonst üblichen Lehrtätigkeit. Das Gehalt wird trotzdem weiterhin gezahlt.

Von den Unis der USA hat es das Sabbatical also auch in andere Beschäftigungsbereiche geschafft. Doch was versteht man denn hierzulnage und vor allem außerhalb von Hochschulen darunter?

Schauen wir uns mal ein paar Definitionen des Sabbaticals an, die das Internet so ausspuckt:

„Das Sabbatical oder Sabbatjahr ist ein Arbeitszeitmodell für längeren Sonderurlaub.“

Wikipedia trifft ganz schnörkellos den Nagel auf den Kopf,

Autsch, jetzt zitiert sie tatsächlich Wikipedia! Nimm’s mir bitte nicht übel, aber mal ehrlich, genauer kann man es nicht formulieren.

Die Definition laut Wikipedia lässt nämlich direkt einen wichtigen Bestandteil herausahnen: es geht beim Sabbatical nicht einfach um eine Unterbrechung der Arbeitstätigkeit jenseits von rechtlichen Regelungen. Nein, es handelt sich um ein Arbeitszeitmodell. Bitte merken, darauf komme ich gleich noch mal zu sprechen!

„(neben dem jährlichen Erholungsurlaub) einmal in einem längeren Zeitraum gewährte längere Freistellung.“

Auch in den Duden hat das Sabbatical bereits Einzug gehalten.

Hier wird es schon konkreter: es handelt sich also um einen wirklich längeren Zeitraum der Freistellung, als es im herkömmlichen Urlaub vorgesehen ist. In Deutschland liegt der gesetzliche Mindestanspruch an Jahresurlaub bei einer Vollzeitanstellung in einer aktuell bei 20 Tagen. Uff, bei durchschnittlich 260 Arbeitstagen bei einer 5-Tage-Woche ist das nicht viel.

„Eine zeitliche zusammenhängende Phase (un-)bezahlten Urlaubs, auch als Sabbatjahr, Langzeiturlaub, Sonderurlaub bezeichnet; nicht selten bis zu einem Jahr, der teilweise oder ganz u. a. durch Ansparen von Urlaubsansprüchen möglich wird.“

Die detaillierteste Erläuterung liefert uns hier das Gabler Wirtschaftslexikon.

Eine feine Zusammenfassung aller wichtigen Komponenten bietet uns das Gabler Wirtschaftslexikon. Der Zusammenhang von Sabbatical, die Ausdehnung des regulären Jahresurlaubs und einem gesonderten Arbeitszeitmodell wird hier am deutlichsten.

Denn knapp gesagt: die berufliche Auszeit muss irgendwo herkommen, also irgendwie verdient werden und sie muss rechtlich geregelt sein.

Kein (seriöser) Arbeitgeber wird dir sagen „Mensch, du brauchst mal ne Pause! Ich stelle dich 6 Monate frei, zahle dir weiterhin deinen Lohn und freue mich, dich danach erholt wiederzusehen.“ So einfach ist es leider nicht. Für die Freistellung müssen wir selbst etwas tun.

Der Vorteil eines Sabbaticals gegenüber einer Kündigung ist zum einen der problemlose Wiedereinstieg in das Arbeitsleben nach der Auszeit, zum anderen aber auch (je nach gewähltem Modell) die Fortzahlung von Sozialbeiträgen wie Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie Renten-und Pflegeversicherung. Du verlierst bei diesem Modell keine Einzahlungszeiten.

Welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, ein Sabbatical mit dem Arbeitgeber auszuhandeln, kannst du HIER nachlesen.

Fassen wir zusammen:

Ein Sabbatical ist also eine Erweiterung des Jahresurlaubes auf Grundlage eines gesonderten Arbeitszeitmodells. Die berufliche Auszeit kann sich dabei von ein paar Wochen bis zu einem Zeitraum von etwa einem Jahr erstrecken.

Einen Anspruch auf ein Sabbatical gibt es jedoch nicht. Dennoch sind sich viele Arbeitgeber, egal ob im öffentlichen und privaten Sektor, der vielen Vorteile bewusst. Fragen lohnt sich also!

Du siehst, ein Sabbatical ist eine super Möglichkeit, aus dem Alltagstrott mit 9 to 5 Job auszubrechen. Perfekt, um einmal das bisherige (Arbeits-) Leben Revue passieren zu lassen und das bisherige Tun aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum Menschen ein Sabbatical einlegen. Vielleicht hast du auch deinen Beweggrund schon gefunden? Wenn nicht, lies gerne hier weiter…

Bis dahin: trau dich‘, plane dein eigenes Sabbatical!

Deine Bea

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