Eine kleine Zeitrechnung

Kennst du das? Es ist Montagmorgen und der Freitag noch so weit entfernt. Aber wird schon, wir hangeln uns einfach irgendwie durch die Woche und freuen uns auf das

Wochenende, wenn wir endlich wieder frei über unsere Zeit verfügen können. Was glaubst du, wie viel Zeit pro Woche kannst du dir wirklich frei nach deinem Belieben einteilen? Darauf werfen wir einen Blick im folgenden Blogpost.

Wie viel Zeit habe ich (hast du) pro Woche übrig für Dinge, die mich (dich) erfüllen, die mir (dir) Spaß bereiten und mein (dein) Leben wirklich bereichern und lebenswert machen? Und hast du auch manchmal das Gefühl, die Zeit rast nur so an dir vorbei?

„Die Zeit vergeht nicht schneller als früher,

aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“

George Orwell

Ist es nicht verrückt, dass Zeit immer eine Konstante ist und wir sie trotzdem so unterschiedlich wahrnehmen? Überlege einmal und schätze ruhig mal aus dem Bauch heraus, wie viel Zeit du dir für die Dinge nimmst, die dir wirklich wichtig sind im Leben. So Pi-mal-Daumen würde ich sagen: zu wenig!

Über wie viele Stunden pro Woche kann ich frei entscheiden?

Ich wollte es genauer wissen und habe dazu einfach mal eine kleine Rechnung aufgestellt…

Keine Angst – du kannst deinen Taschenrechner wegpacken. Ich rechne dir das an meinem Beispiel vor:

Eine Woche hat 7 Tage zu jeweils 24 Stunden. Ergibt? 168 Stunden.

Für ausreichend Erholung brauche ich im Idealfall ca. 7 Stunden Schlaf. Bleiben bei 7 Tagen (bzw. Nächten) also noch 119 freie Stunden in der Woche übrig.

Freie Stunden? Quatsch, es fehlt ja noch meine 40h Arbeitswoche! Überstunden lassen wir mal weg, denn diese kann ich zum Glück abbummeln. Zusätzlich addieren wir zur regulären Wochenarbeitszeit aber für jeden Arbeitstag 1h Arbeitsweg hinzu. Da waren es nur noch 74 Stunden zur freien Verfügung.

Hach und dann wären da noch die Zeitfresser wie Haushalt, Einkaufen und Kochen. So gern ich unsere Hündin auch habe, die Erfüllung ihrer Bedürfnisse ist unter der Woche nicht immer leicht im eng getakteten Zeitplan unterzukriegen. All die Zeitfresser einzeln und im Detail aufzulisten, würde wahrscheinlich zu weit gehen. Also hoffe ich, du bist einverstanden, wenn ich mal grob schätze, dass für Haushalt (Staubsaugen, Staubwischen, Geschirrspüler einräumen, Geschirr abwaschen, Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, Aufräumen, Auto putzen, Auto auftanken…), Kochen und den Hund ausführen, pro Tag ca. 3h einzurechnen sind. Die Zeiten variieren natürlich, es gibt Tage, da kochen wir nicht, Tage, an denen wir 3h mit dem Hundekind unterwegs sind und Tage, an denen die Küche mehrere Stunden lang geputzt wird und die Wäsche nicht nur aufgehangen und abgenommen sondern direkt auch zusammengelegt und sortiert wird.

Wie dem auch sei, unser Fazit lautet: nach Abzug der alltäglichen Zeitfresser bleiben 53 Stunden übrig.

53 Stunden von 168 Stunden pro Woche, in denen ich meine Zeit völlig frei und nicht fremdgesteuert einteilen kann. Anders ausgedrückt: knappe 32% meiner Zeit, die mir jede Woche zur Verfügung steht, kann ich wirklich frei und ohne Verpflichtungen verbringen und selbst gestalten.

Diese Zeit steht mir zur Verfügung für gemeinsame Stunden mit meiner Frau, mit unseren Familien und Freunden, für Hobbies und Sport. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 68% meiner Woche fremdbestimmt sind vom Job und den alltäglichen Verpflichtungen, die unser Lebensstil so mit sich bringt. Verrückt, oder?

Was bedeutet dies nun?

Du magst jetzt vielleicht anmerken, dass ich hochgerechnet aufs Jahr die Urlaubstage vergessen habe. Damit hast du natürlich Recht. Aber ganz ehrlich, bei 52 Wochen im Jahr stehen uns in Deutschland knapp 3 Wochen Urlaub (20 Tage) mindestens zu. Die Glücklichen unter uns Angestellten bekommen ein paar Urlaubstage drauf. Die Selbständigen, für die es gut läuft, nehmen sich vielleicht auch mehr Freizeit zur Erholung. Und die Erholung für 49 Wochen Arbeit kann – da sind wir uns sicher einig – in 3 Wochen Urlaub kaum eintreten. So groß die Vorfreude auf die Urlaubszeit das ganze Jahr über auch anhalten mag.

„Wenn die Zeit kommt, in der man könnte,

ist die Zeit vorüber, in der man kann.“

Marie von Ebner-Eschenbach

Für mich persönlich steht fest: bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren kann das so nicht weitergehen! Ich bin schon lange kein Fan mehr von „Das mache ich später – wenn ich alt und reich bin“. Wann ist dieses Später eigentlich, von dem alle da immer reden? Was, wenn ich dieses Später nie erreiche? Was, wenn ich das, was ich auf später schiebe, dann gar nicht mehr machen kann?

Ich habe meine Entscheidung getroffen und bei meinem Arbeitgeber eine berufliche Auszeit, ein Sabbatical, angefragt. Zu meinem großen Glück hat mein Arbeitgeber trotz mangelnder Erfahrung in der Handhabung des Ganzen ohne längeres Zögern zugestimmt. Mein Sabbatical wird am 01.09.2023 beginnen und mir 9 Monate Freizeit bescheren. Das sind übrigens 274 Tage, die ich völlig frei von sämtlichen (nicht frei von allen) Verpflichtungen verbringen kann.

Was nimmst du aus der Stunden-Rechnung für dich mit? Wie würde deine persönliche Stunden-Rechnung aussehen? Teile es gerne in den Kommentaren oder denke im Stillen für dich darüber nach.

Wenn du dich von der Fremdbestimmung deiner wertvollen Lebenszeit befreien und auf die Pause-Taste drücken möchtest, dann trau‘ dich und plane dein eigenes Sabbatical!

Deine Bea